Debian Jessie – Kernel 4.7 aus Backports installieren

Wer ein System mit neuster Hardware wie CPU, Mainboard und Grafikkarte besitzt, sollte sich den Kernel aus den Backports ansehen. Warum? Weil dieser meistens die neusten Treiber für die aktuellen Geräte enthält und damit diese meist erst im vollen Funktionsumfang unterstützt und auch das maximale an Leistung rausholt. Es macht also durchaus Sinn sich den Kernel aus den Backports zu installieren. Nachfolgend eine kurze Anleitung zur Installation des Kernel 4.7.

Linux Kernel 4.7 Features

Zehn Wochen nach dem Kernel 4.6 wurde der 4.7 im Juli 2016 freigegeben. Der neue Kernel bringt folgende Verbeserungen und Änderungen mit sich:

  • mehr Geschwindigkeit bei parallelen Pfadsuchen, durch Änderung am Locking und Caching des VFS (Virtual File System)
  • schnellere Kopiervorgänge für NFS (Server Version 4.2+)
  • Support Polaris-Grafikprozessoren von AMD wie Radeon RX 480
  • Implementierung des CPU Frequency Governor „schedutil“ zur dynamischen Anpassung der CPU-Frequenz und besseren Energieverwaltung
  • Support des UEFI-Capsule-Lader um Firmware-Update im EFI Speicher zu hinterlegen
  • neues Sicherheitsmodul LoadPin
  • neuer Treiber USB/IP zur gemeinsamen Nutzung von USB-Geräten über das Netzwerk
  • Fencing-Mechanismus „sync_file“ in Stable übernommen
  • Systemaufruf „sigaltstack“ erhielt Flag „AUTODISARM“
  • Systemaufruf „preadv2“ und „pwritev2“ erhielten Flags „RWF_SYNC“ und „RWF_DSYNC“
  • bessere Latenzzeiten bei der TCP-Verarbeitung
  • ARM64 um NUMA und Suspendieren der HDD erweitert
  • Farbmanagment im Intel i915 Treiber (Core i-Modelle der 5000 und 6000-Serie)
  • Besserer Support Für Dell 5K-Displays
  • Treiber für Thunderbolt, Xbox-Controller der One Elite und weiteren…
  • diverse Treiber für ca. 500 Geräte aktualisiert, erweitert und aufgenommen
  • Liste der Änderungen http://kernelnewbies.org/Linux_4.7
Kernel-
Version
Anzahl
Dateien¹
Zeilen
Quelltext
(Ohne Doku)²
Entwick-
lungs-
zeitraum
Anzahl
Commits³
Diffstat⁴
Linux 3.19 48440 19130604
(17692109)
63 Tage 13652 10739 files changed,
483355 insertions(+),
346843 deletions(-)
Linux 4.0 48957 19312370
(17847304)
63 Tage 11306 9489 files changed,
508686insertions(+),
326917 deletions(-)
Linux 4.1 49457 19512485
(18004436)
70 Tage 12965 10094 files changed,
453375 insertions(+),
253259 deletions(-)
Linux 4.2 50795 20311717
(18755735)
70 Tage 14750 10926 files changed,
1079245 insertions(+),
280008 deletions(-)
Linux 4.3 51570 20621444
(19031051)
63 Tage 13282 10385 files changed,
642760 insertions(+),
333026 deletions(-)
Linux 4.4 52221 20862115
(19243827)
70 Tage 14082 10604 files changed,
713754 insertions(+),
470774 deletions(-)
Linux 4.5 52916 21154545
(19489725)
63 Tage 13173 11590 files changed,
1146355 insertions(+),
854286 deletions(-)
Linux 4.6 53660 21422694
(19724413)
63 Tage 14618 10250 files changed,
606023 insertions(+),
337875 deletions(-)
Linux 4.7 54400 21712846
(19963730)
70 Tage 13433 9909 files changed,
575816 insertions(+),
277305 deletions(-)
¹ git ls-tree -r –name-only HEAD | wc -l
² find . -type f -not -regex ‚\./\.git.*‘ | xargs cat | wc -l; echo „($(find . -name *.[hcS] -not -regex ‚\./\.git.*‘ | xargs cat | wc -l))“
³ git-log –pretty=oneline vx.(y-1)..vx.(y) | wc -l
⁴ git diff –shortstat vx.(y-1)..vx.(y)
Quelle: www.heise.de

Status – Welcher Kernel ist installiert?

# uname -r
-> 3.16.36-amd64

Debian Kernel 4.7 installieren

1. zuerst die „/etc/apt/sources.list“ anpassenund folgende Zeilen hinzufügen:

#jessie backpors
deb http://http.debian.net/debian jessie-backports main

2. dann den Paketspeicher aktualisieren: # aptitude-update oder apt-get update

3. nach dem neusten verfügbaren Kernel schauen: # apt-cache search linux-image
linux-image-4.7.0-0.bpo.1-amd64

4. ebenso die passenden Header installieren, ist z.B. für Virtualbox wichtig: # apt-cache search linux-headers
linux-headers-4.7.0-0.bpo.1-amd64

5. nun Kernel und Header installieren: # aptitude install linux-image-4.7.0-0.bpo.1-amd64 linux-headers-4.7.0-0.bpo.1-amd64

6. Systemneustart: #reboot

7. Version des Kernel prüfen:  # uname -r
4.7-0.bpo.1-amd64

Somit ist das Kernelupgrade auf Version 4.7 aus den Backports für Jessie geglückt.

Hinweis Bei der Kernel Installation werden auch Grub und die initramfs aktualisiert, kann aber vor dem Neustart auch von Hand ausgeführt werden:  # update-grub && update-initramfs -ck all ausgeführt.

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