Kein Nachfolger vom SBS 2011 – Was nun

Mit dem nun aktuellen Microsoft Server 2012 läuft auch die Lösung für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU), die Familie der Small Business Server, in der Version 2011 aus.

Das Thema wurde bereits im Vorfeld viel diskutiert, doch nun ist es nun mal so und wir müssen schauen wo der Weg hinführt. Doch was bietet Microsoft den KMU’s nun, was sollen sie verwenden? Schließlich ist im Server 2012 Essential (kleinstes Serverprodukt) weder ein Exchange noch ein Sharepoint enthalten. Und hier kommen die neuen Cloud Services von MS mit dem Produkt Office 365 ins Spiel. Doch auch hier scheiden sich die Geister. Dem einen zu dezentral, dem anderen fehlt schlicht die Anbindung, oder die laufenden Kosten über die Jahre sind zu hoch – wie auch immer.

Warum schreibe ich das? Tja auch ich habe ein paar Kunden die aktuell noch mit dem SBS2003 Standard Server unterwegs sind. Gründe die bis jetzt hauptsächlich für ihn sprachen sind die geringen Anschaffungskosten die stabile Laufleistung und somit geringen Supportkosten, Exchange und Sharepoint sind mit an Board gewesen und da eh eine zentrale Antivierenlösung, sowie ein Fileserver mit Backup her musste und Software für die Buchhaltung, Kundenverwaltung etc. eh zentral lief, bot sich der SBS gut an (die Eierlegende-Wollmilchsau).

In meinen Überlegungen spreche ich von Kunden die 5-25 Clients nutzen und hauptsächlich die Messaging Dienste einsetzen. Klar jede Lösung ist individuell gestrickt worden und mit der Zeit gewachsen, aber so ist es nun halt mal Bereich der Kleinunternehmen.

Welche Optionen gibt es und was bringen sie?

1. Office 365 und Windows Server 2012 Essential (OEM/ROK 1-2 CPU dt. 64bit)  (-25User -50 Geräte) – für ca. 330,00 €

Pro   Kontra
+ geringer Administrationsaufwand (Wartung, Pflege, Sicherung, Backup) keine Kontrolle über Daten, Infrastruktur
+ keine Lizenpflege Infrastruktur muss immer auf das neuste Produkt abgestimmt werden
+ geringe Kosten da keine extra Hardware, Sicherheit, Stromkosten, Upgrade und Migration, Wartung und Pflege je nach Laufzeit und Clientanzahl hohe Lizenzkostenz.B. 25GB Postfach 5 /10 Clients x 10€ x 12 x 3Jahre = 1800€ / 3600€z.B. 25GB Postfach 5 /10 Clients x 10€ x 12 x 5Jahre = 3000€ / 6000€
+ kein detaliertesres KnowHow über Server und Exchange notwendig Support liegt extern
Mailgröße ggf. beschränkt auf 25MB
schnelle und gute Internetverbindung je nach Wichtigkeit benötigt

2. alternative Groupwarelösungen wie Open-Xchange, Zarafa (3User free, 5 80€/Jahr), Zimbra, Kero Connect (388€ im ersten und 144€ in folge Jahren (inkl. 5 User), Scalix, Tobit uvm.

Pro Kontra
+ geringere Lizenzkosten (Server, Software) neues KnowHow notwendig, ggf. Schulung
+ ggf. ältere Hardware möglich Integration in Outlook bzw. Mobileendgeräte schwieriger
weniger Funktionen
je nach User ggf. weniger Performance

3. der Einsatz von Small Business Server 2011 Standard (inkl. 5 Cal) (unter der Haube sind Server 2008R2 und Exchange 2010 – Mainstream Support bis 13.01.2015 bzw. Extended bis 14.01.2020) – ca. 690,00€ (je weitere Calc ca. 54€ oder 5Pac 240€)

Pro Kontra
+ kostengünstiger im Vergleich zum Server und Exchange 2012 – Backup auf Tape/Bandlaufwerk mit Boardmitteln seit SBS 2008 nicht mehr möglich
+ Support bis 2020 – maximal 4 Faxmodems möglich (1)
+ bietet viel unter einer Haube (Exchange, Backup, Sharepoint, Fileserver, Printserver usw) – keine ordentliche Sicherungssoftware an Board (zumindest keine Lösung zur Bandsicherung) (1)
– mit dynamischer IP sehr umständlich zu konfigurieren (aber machbar) (1)
– Aktivierung und Konfiguration des Telefonieservers (TAPI) sehr umständlich und teilweise nur mit cmd möglich (1)

(1) aus Kommentar von Tobias

4. der Einsatz von Small Business Server 2011 Essential (ca. 350€) und Office 365 als Exchange Online Lösung für je User 39,60€ im Jahr

5. der Einsatz von Server 2008 Standard inkl. 5 Clientlizenzen für ca. 650€ und den Exchange 2010 inkl. 5 Clientlizenzen für ca. 1.300€

6. der Einsatz von Server 2012 Standard inkl. 5 Clientlizenzen für ca. 1.400€ und Exchange Standard 2013 dt. inkl. 5 Cals für 1.300€

Und was ist mit den Clients?

Tja Windows 8 ist das aktuelle Betriebsystem – ich selber sehe es allerdings noch als eine Art Übergang / Test der Kundenakzeptanz, wie damals bei Vista und würde daher vorerst nur Windows 7 Prof einsetzen.

Clients sind aktuell noch Windows XP (SP3 Allg. bis 14. April 2009 – Erweitert bis 8. April 2014) die dann wohl eher auf Windows 7 (SP1 Allg. bis 12. Januar 2015 bzw. erweitert bis 14. Januar 2020) als Windows 8 migriert werden.

Ach Office 2003 muss auch noch aktualisiert werden.

Office 2003 wurde offiziell als Mainstream bis zum 14.04.209 und im Extended Support bis zum 08.04.2014 unterstützt. Office 2010 hingegen als Mainstream bis zum 13.05.2015 und als Extended bis zum 13.10.2020. Der Preis für die Home and Business liegt je User als Box ohne Medien und Handbuch bei ca. 175€.  Oder der Weg führt in die Cloud mit Office 365.

Was bedeutet das nun und welchen Weg werde ich gehen?

Hier sind ganz klar diverse technische Überlegungen anzustellen. Was will der Kunde und was nutzt der Kunde. Was ist der Kunde bereit auszugeben, Hardware, Software, Lizenzen und techn. Support?

[STATUS->in Arbeit]

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2 Gedanken zu „Kein Nachfolger vom SBS 2011 – Was nun“

  1. Hallo Tobias und vielen Dank für deinen Kommentar.

    Wie läuft es denn so mit dem Office 2013? Backup Exec ist schon ne tolle Sache, ich hatte früher auf dem SBS2003 auch mal eine Vers. für das Bandlaufwerk laufen, aber echt teuer. Und ja der SBS hat hier keine gute Lösung, ansonsten reicht der Assistent für das tägl. Backup durchaus.

    Danke auch für deine zztl. Infos. Fax und Tel. waren hier bis jetzt kein Thema, daher auch von mir nicht weiterfolgt. Die dyn IP bezieht sich auf den Server selbst und nicht den ISP, oder? Die Empfehlung von MS ist hier nun mal eine feste IP, was eigentlich bei jedem Server so ist und ich immer machen würde, was spricht ansonsten dagegen?

    Die Essentials habe ich immer schon mit argwohn betrachtet, halb Client halb Server 😐 und das neue Lizenzmodell ist schon heftig und der Weg als Alternative in die Cloud noch zu ungewiss, je nach Situation natürlich.
    Auch wenn ich deine Hoffnung teile, denke ich der Weg in die Cloud kommt unausweichlich, aber bitte nicht mit KMUs/Dienstleister als Betatester 😉

    Antworten
  2. Hallo Maik,

    wir standen Ende 2012 vor dem gleichen Problem. Wir haben uns für den SBS 2011 mit Office 2013 und Backup Exec 2012 entschieden. Bis auf Backup Exec 2012 habe ich es bis dto. nicht bereut – der SBS 2011 ist allerdings wesentlich schwieriger zu konfigurieren als der SBS2003. Folgende Nachteile hast du beim SBS2011 vergessen auf die der eine oder andere stoßen wird:
    – maximal 4 Faxmodems möglich
    – keine ordentliche Sicherungssoftware an Board (zumindest keine Lösung zur Bandsicherung)
    – mit dynamischer IP sehr umständlich zu konfigurieren (aber machbar)
    – Aktivierung und Konfiguration des Telefonieservers (TAPI) sehr umständlich und teilweise nur mit cmd möglich

    Für mich persönlich ist der Server 2012 Essentials keine Lösung, da ich derartige Lizenzmodelle nicht ausstehen kann und wir nur eine 1024/128kBit/s DSL-Leitung haben. Ich hoffe dass der SBS2011 5-6 Jahre läuft und Microsoft verstanden hat, dass nicht alles in die Cloud gehört.

    Gruß Tobias

    Antworten

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